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Medienmitteilung vom 1. Oktober 2018

Konzeptteil zum SIL mit verassungswidrigem Inhalt - Stellungnahme VgF

Mit einer Medienmitteilung macht die VgF auf den verfassungswidrigen Inhalt des neuen Konzeptteils des Sachplans Verkehr, Teil Infrastruktur Luftfahrt (SIL) aufmerksam. Die VgF hat sich mit einer umfangreichen Stellungnahme zum SIL-Konzeptteil in der öffentlichen Mitwirkung engagiert. Die Vereinigung gegen Fluglärm VgF verlangt in ihrer Stellungnahme, dass der Konzeptteil im Hinblick auf den Schutz der Gesundheit der Schweizer Bevölkerung und auf die Reduktoin von Emissionen des Luftverkehrs konsequent überarbeitet wird und eine nachhaltige Interessensabwägung vorgenommen wird.

Hier finden Sie den Medientext als PDF


 

Medienmitteilung vom 22. Februar 2018

Beschwerde betreffend satellitengestützte Instrumentenanflüge auf die Piste 32

Südanflug zurück an die Vorinstanzen

Die kantonale Vereinigung gegen Fluglärm VgF erhebt gegen den Entscheid des BAZL und des UVEK, die satellitengestützten Instrumentenanflüge (Südanflug) ohne weitere Auflagen zu genehmigen, Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht. Der Umweltverband bemängelt die Verfügungen vom 15. Januar 2018 des Bundesamts für Zivilluftfahrt BAZL und des Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie- und Kommunikation UVEK insbesondere hinsichtlich des lückenhaften Umweltverträglichkeitsberichtes, der nicht lärmoptimierten Routenführung sowie der Verweigerung des rechtlichen Gehörs. Der Südanflug führt zusammen mit der geplanten 4. Ausbauetappe zu mehr Flugverkehr und Fluglärm. 

Am 15. Januar 2018 genehmigte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie- und Kommunikation UVEK die Plangenehmigung in Sachen Südanflug und gleichentags erfolgt die Genehmigung der Änderungen des Betriebsreglements durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL. Damit sollte den satellitengestützten Instrumentenanflügen aus südlicher Richtung der Weg geöffnet werden.

Die Vereinigung gegen Fluglärm VgF betrachtet den Südanflug kritisch. Vordergründig erscheint das Vorhaben als Massnahme zur Entlastung der Stadt Bern und der Gemeinde Muri von Fluglärm. Die VgF beurteilt das differenzierter: Der Instrumentenanflug aus dem Süden steigert die Erreichbarkeit und damit die Attraktivität des Flughafens Bern. Die Massnahme erlaubt, in derselben Himmelsrichtung zu landen und zu starten: Anflug aus Süden, Start in den Norden. Damit werden kürzere Intervalle für Starts und Landungen ermöglicht. Mit den Starts Richtung Norden werden die Stadt Bern und die Gemeinde Muri nicht vom Fluglärm entlasten, wie oft behauptet wird. Vielmehr wird die angestrebte Kapazitätserhöhung generell zu mehr Fluglärm für alle führen.

Die VgF verlangt in ihrer Beschwerde an das Bundesverwaltungsgericht einerseits die Rückweisung der Genehmigungen an die entsprechenden Vorinstanzen UVEK und BAZL. Gefordert wird eine Ergänzung des Umweltverträglichkeitsberichts. Dieser weist aktuell gravierende Mängel hinsichtlich der Betrachtung der anzunehmenden Entwicklung auf und stützt sich teilweise auf veraltete Daten. Ebenfalls wurde der, mit dem Fluglärm eng verbundene Betriebslärm (Aktivitäten am Boden) nicht berücksichtigt. Weiter gefordert wird eine optimierte Routenführung als auch ein steilerer Anflugwinkel, um die Gemeinden im Perimeter der Anflugschneise weit möglichst von Fluglärmimmissionen zu entlasten.

Nach erfolgter Planauflage für den Südanflug im Juni 2013 gingen über 300 Einsprachen ein. Gemeinden in der Einflugschneise, Umweltverbände, Betroffene, selbst flugnahe Vereinigungen sprachen sich gegen das neue An-flugverfahren aus. Das BAZL und das UVEK haben sich mit diesen Einsprachen und insbesondere auch mit den Anträgen und Ausführungen der VgF grösstenteils nicht auseinandergesetzt. Die VgF fordert aufgrund dieser Unterlassung in der jetzt eingereichten Beschwerde auch die Gewährung des rechtlichen Gehörs.

Die Medienmitteilung als PDF

Medienmitteilung vom 22. Januar 2018

Öffentliche Gelder nur für Lärmschutzmassnahmen ausgeben

Die kantonale Vereinigung gegen Fluglärm VgF und der VCS Kanton Bern kritisieren scharf den Entscheid des Regierungsrates, mit sicher zwei und möglicherweise insgesamt 4 Millionen Franken öffentlichen Geldern die 4. Ausbauetappe des Flughafens Bern-Belp mitfinanzieren zu wollen. Damit fördert der Kanton Lärm und Klimawandel. Die geplanten Ausbaupläne führen zusammen mit der Änderungen des Betriebsreglements und dem vorgesehenen Südanflug zu mehr Flugverkehr und Fluglärm. Beide Umweltverbände fordern jetzt, dass die zwei Millionen Investitionsbeiträge in Lärmschutzmassnahmen fliessen sollen.

Der Flughafen positioniert sich im Linien- und Charterverkehr für Badereisen immer mehr als Entlastungsflughafen für die Landesflughäfen. Mit der 4. Ausbauetappe will er nun insbesondere für Privat- und Businessjets wesentlich attraktiver werden. Die Gefahr ist gross, dass diese durch das Potential der geplanten Infrastruktur der 4. Ausbauetappe auf dem Flughafen Bern stark zunehmen, da sie auf den Landesflughäfen keinen Platz mehr finden. Für die Region Bern bedeutet das viel Lärm und wenig Wertschöpfung. Die Umweltverbände sind entschieden gegen einen weiteren Ausbau des Flughafens Bern. Die Zunahme des Flugverkehrs ist bis jetzt weitgehend ungeregelt, obwohl sein Einfluss auf den Klimawandel immer wichtiger wird. Bern ist zudem mit dem Zug auch von den Landesflughäfen aus bestens erschlossen. Auf den vierten Ausbauschritt wird wohl schon bald der fünfte folgen - mit noch mehr Fluglärm für die Region. Das schadet der hohen Lebensqualität und gefährdet damit auch einen wichtigen Standortvorteil der Hauptstadt-Region Bern.

Angesicht des volkswirtschaftlich fraglichen Nutzens der 4. Ausbauetappe und der damit verbundenen erheblichen Lärmfolgen besteht für den Kanton ein grosses Risiko, dass die öffentlichen Gelder für den Flughafenausbau nicht nachhaltig investiert werden. VgF und VCS fordern den Kanton deshalb auf, die zwei Millionen im Wesentlichen für Lärmschutzmassnahmen einzusetzen.

Schallschutzkonzept jetzt erarbeiten und umsetzen
Das Bundesgericht hat die Beschwerde von VgF und VCS gegen die 4. Ausbauetappe zwar abgewiesen, lässt aber Türen offen für eine Neubeurteilung, einerseits bei Zunahme der Flugbewegungen oder bei lauteren Flugzeugmodellen, anderseits im Zusammenhang mit dem pendenten Verfahren betreffend Südanflug. Lautere Flugzeuge sind unter anderem mit der Flottenerweiterung von SkyWork mit dem gegenüber den heutigen Turbopropflugzeugen (Saab 2000) wesentlich lauteren Jets (Embraer 170) bereits angesagt. Eine Zunahme von Flugbewegungen und Fluglärm wird mit den geplanten Infrastrukturausbauten unweigerlich folgen. Zusätzlich weist das Bundesgericht darauf hin, dass auch bei Einhaltung der geltenden Immissionsgrenzwerte der Flughafen Bern vorsorgliche Massnahmen zur Verminderung der Lärmbelastung ergreifen muss, sofern diese betrieblich und wirtschaftlich tragbar erscheinen. Der Kanton hat jetzt die Gelegenheit seinen Beitrag an diese Lärmschutzmassnahmen zu knüpfen.

Weitere Informationen:
VCS Kanton Bern, Stéphanie Penher, Geschäftsleiterin, 079 711 19 15
Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Guido Frey, Geschäftsführer, 077 455 70 20
Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Dan Hiltbrunnner, Präsident, 079 758 45 42

 

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