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Medienmitteilung vom 4. Januar 2017

Schallschutzkonzept für Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm gefordert 

Die  VgF und VCS hatten 2015 gegen die vom UVEK genehmigte 4. Ausbauetappe zusammen mit dem WWF Bern Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. Damit setzen sich die drei Organisationen für den Klimaschutz, den Schutz vor Lärm und die Interessen der Bevölkerung in der Region Bern ein, denn die Ausbaupläne des Flughafens (4. Ausbauetappe und Südanflug) führen absehbar zu mehr Flugverkehr und Fluglärm. 

Mit Urteil von Mitte November 2016 genehmigte das Bundesverwaltungsgericht die 4. Ausbauetappe mit gewissen Auflagen zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm. VgF und VCS erachten die gemachten Auflagen als ungenügend und fordern in einer Beschwerde ans Bundesgericht vom Flughafen Bern die Erstellung eines Schallschutzkonzepts, das die Anwohner im lärmakustischen Einwirkungsbereich des Flughafens Bern vor gesundheitsschädigenden Aufwachreaktionen durch Fluglärm und durch den vom Flughafen verursachten Industrie- und Gewerbelärm in der ersten Nachtstunde (22.00 bis 23.00 Uhr) sowie in der ersten Morgenstunde (06.00 bis 07.00 Uhr) schützt. Dabei sind Schlafräume mit geeigneten passiven Schallschutzmassnahmen bei gleichzeitig ausreichender Belüftung auszustatten. 

Die durch den Fluglärm und den vom Flughafen generierten Industrie- und Gewerbelärm zu Schlafenszeiten verursachten extremen Lärmspitzen führen gezwungenermassen zu wiederholten Aufwachreaktionen. Gemäss Erkenntnissen der Lärmwirkungsforschung sind solche gesundheitsschädigend und erhöhen das Risiko für physische und psychische Krankheiten erheblich. 

Das Bundesgericht hat in Anwendung des Umweltschutzgesetzes bereits in einem früheren Entscheid einen Flughafenbetreiber zu entsprechenden Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Aufwachreaktionen verpflichtet. 

Auch im Fall des noch vor dem BAZL hängigen Verfahrens zum Südanflug setzen sich die Umweltverbände weiterhin für den Schutz der betroffenen Bevölkerung vor übermässigem Fluglärm und gegen die weitere Zunahme des klimaschädlichen Flugverkehrs ein.  

Weitere Informationen:
Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Dan Hiltbrunner, Präsident, 079 758 45 42 
VCS Kanton Bern, Stéphanie Penher, Geschäftsleiterin, 079 711 19 15
Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Guido Frey, Geschäftsführer, 077 455 70 20 

 

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Medienmitteilung vom 19. Oktober 2017

Keine Steuergelder oder indirekte Subventionen für SkyWork Ariline 

Linienflüge ab Bern waren in der Vergangenheit wirtschaftlich kaum jemals profitabel und werden es wohl auch in Zukunft nicht sein. Es besteht kein Markt für die Expansionsvorstellungen der finanziell offensichtlich angeschlagenen SkyWork Airlines. Wegen der ungenügenden Ertragslage wird nun zum wiederholten Mal neues Fremdkapital gesucht. Die Vereinigung gegen Fluglärm VgF spricht sich entschieden dagegen aus, dass direkt oder indirekt Steuergelder zur Finanzierung eines offensichtlich unrentablen Flugbetriebes, der aber erhebliche Emissionen durch Lärm und Luftschadstoffe verursacht, verwendet werden. 

Der berner Homecarrier SkyWorks Airlines fliegt von Bern aus diverse Destinationen in Europa und zeitweise auch in Nordafrika an. Dabei handelt es sich vorwiegend um Freizeitverkehr, der von Bern weg an diese Destinationen führt. Dies bringt der Region Bern wirtschaftlich nichts oder nur wenig. Andererseits verursacht dieser Flugverkehr erhebliche Emissionen durch Lärm und Luftschadstoffe, welche insbesondere auch die Region Bern und das Klima generell belasten. Der viel zu günstige und stark subventionierte Flugverkehr nimmt weltweit stark zu, deckt die von ihm verursachten Umweltkosten jedoch nicht. 

Die SkyWork fliegt auch wirtschaftlich in ganz dünner Luft. Politik und Wirtschaft scheinen wieder einmal erstaunt zu sein. Es wird nach besseren Rahmenbedingungen oder weiteren Subventionen für den Flugverkehr gerufen. Die Vereinigung gegen Fluglärm VgF hat in der Vergangenheit wiederholt bemängelt, dass in Bern die Voraussetzungen für einen wirtschaftlich profitablen Linienflugbetrieb nicht gegeben sind und sowohl Flughafen wie Airlines trotzdem weiter expandieren wollen. Das Einzugsgebiet und damit der Markt für Linienflüge ab Bern ist zu klein, die topografischen, lagemässigen und verkehrstechnischen Voraussetzungen beim Flughafen Bern zu ungünstig, um einen wirtschaftlich tragbaren Linienverkehr ab Bern aufrechterhalten zu können. Zudem ist der Markt mit den drei gut ausgebauten Landesflughäfen Zürich, Basel und Genf, die in bequemer Reichweite mit dem öffentlichen Verkehr ideal erreichbar und an jede international bedeutende Destination angebunden sind, ausreichend abgedeckt. Es wäre sowohl wirtschaftlich wie auch ökologisch wesentlich sinnvoller, den für den Kanton und die Region Bern notwendigen Teil an Flugverkehr über die dort vorhandenen erheblichen Kapazitätsreserven abzuwickeln, anstatt in Bern aus Imagegründen einen wirtschaftlich nicht tragbaren Flugverkehr aufrechterhalten zu wollen. 

Es wurden in der Vergangenheit immer wieder erhebliche Gelder in den Flugbetrieb in Bern gesteckt. Dieses Geld wurde mehrheitlich ohne grossen wirtschaftlichen Nutzen „verbrannt“. Es wäre wesentlich sinnvoller, solche Gelder in nachhaltige Schaffung von Arbeitsplätzen und damit verbundener Wertschöpfung zu investieren. 

Keine öffentlichen Gelder für zusätzliche Infrastrukturausbauten 
Seit Jahren wird beim Flughafen Bern in die Infrastruktur am Flughafen investiert – auch unter Verwendung öffentlicher Gelder, was einer indirekten Subventionierung des Flugverkehrs gleichkommt. So will der Flughafen mit der 4. Ausbauetappe und dem Südanflug auch in Zukunft weiter expandieren. Investitionen in diese Ausbauten werden allerdings zu sinnlosen „high risk Abenteuern“, was die wirtschaftlichen Probleme der SkyWork und der daraus sinkenden Einnahmen des Flughafens wieder deutlich vor Augen führen. 

Die Vereinigung gegen Fluglärm VgF spricht sich seit Jahren dezidiert dagegen aus, dass dieser unsinnige und überrissene Flugbetrieb in Bern mit öffentlichen Geldern, sei dies von Bund, vom Kanton oder von Regionsgemeinden indirekt oder sogar direkt subventioniert wird. Dies käme einer Verschleuderung von Steuergeldern gleich. 

Weitere Informationen: 

Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Guido Frey, Geschäftsführer, 077 455 70 20 

Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Dan Hiltbrunner, Präsident, 079 758 45 42 

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Medienmitteilung vom 16. November 2017

Schallschutzkonzept für den Schutz der Bevölkerung vertagt 

Das Bundesgericht hat die Beschwerde von VgF und VCS im Zusammenhang mit der 4. Ausbauetappe zwar abgewiesen, lässt aber Türen offen für eine Neubeurteilung einerseits bei Zunahme der Flugbewegungen oder bei lauteren Flugzeugmodellen, anderseits im Zusammenhang mit dem pendenten Verfahren betreffend Südanflug. Beide Verbände hielten die Auflagen zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm für ungenügend und forderten in einer Beschwerde ans Bundesgericht vom Flughafen Bern die Erstellung eines Schallschutzkonzeptes mit entsprechenden baulichen Massnahmen, welche die vom Fluglärm betroffene Bevölkerung nachts und in der ersten Morgenstunde (6.00 bis 7.00 Uhr) wirksam vor gesundheitsschädigenden Aufwachreaktionen schützt.

Das Bundesgericht hatte in Anwendung des Umweltschutzgesetzes bereits in einem früheren Entscheid einen Flughafenbetreiber zu entsprechenden Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Aufwachreaktionen verpflichtet. Beim Flughafen Bern-Belp sieht das Bundesgericht jedoch keine Dringlichkeit, bereits heute, vor Abschluss der laufenden Überprüfung der Grenzwerte gemäss Lärmschutzverordnung (LSV), provisorische Massnahmen zum Schutz vor Aufwachreaktionen anzuordnen. Das Bundesgericht geht dabei davon aus, dass für eine künftige Beurteilung neue Belastungsgrenzwerte anzuwenden sein werden und erachtet die Thematik der Aufwachreaktionen als ein wesentliches Kriterium bei der Neufestlegung der Belastungsgrenzwerte.

Massnahmen gegen Lärmbelastung wären in betrieblicher und wirtschaftlicher Hinsicht tragbar
Zusätzlich weist das Bundesgericht darauf hin, dass auch bei Einhaltung der geltenden Immissionsgrenzwerte der Flughafen Bern vorsorgliche Massnahmen zur Verminderung der Lärmbelastung ergreifen muss, sofern diese betrieblich und wirtschaftlich tragbar erscheinen. In diesem Sinne weist das Urteil auf den Sommerflugplan 2017 hin, nach welchem bereits auf Abflüge vor 6.30 Uhr verzichtet wurde. 

VgF und VCS setzten sich über den Rechtsweg für den Klimaschutz, den Schutz vor Lärm und die Interessen der Bevölkerung in der Region Bern ein, denn die Ausbaupläne des Flughafens (4. Ausbauetappe und Südanflug) führen absehbar zu mehr Flugverkehr und Fluglärm. Mit dem Entscheid des Bundesgerichts ist klargestellt, dass diese Anliegen noch nicht vom Tisch sind. 

Weitere Informationen: 
- Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Dan Hiltbrunner, Präsident, 079 758 45 42 
- VCS Kanton Bern, Stéphanie Penher, Geschäftsleiterin, 079 711 19 15 
- Vereinigung gegen Fluglärm VgF, Guido Frey, Geschäftsführer, 077 455 70 20

 

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