VgF Vereinigung gegen Fluglärm

Aktuell

Mitwirkung zum neuen SIL-Objektblatt Flughafen Bern-Belp

Hier finden Sie die Stellungnahme der VgF zum neuen SIL-Objektblatt Flughafen Bern-Belp!

Ende August wurde in den Anzeigern der Gemeinden der Region Bern der
Entwurf zum neuen SIL-Objektblatt (= Objektblatt zum Flughafen Bern-Belp im
Sachplan Infrastruktur Luftfahrt des Bundes) öffentlich publiziert. Die Bevölkerung,
Parteien und Verbände hatten bis am 30. September 2011 Gelegenheit, sich schriftlich dazu
zu äussern, und Änderungswünsche einzureichen (beim Bundesamt für
Zivilluftfahrt, Sektion Sachplan und Anlagen, 3003 Bern). Das Objektblatt samt neuer
SIL-Lärmkurve
ist auch auf der Website des BAZL veröffentlicht.

Der Vorstand der VgF hat das neue Objektblatt analysiert. Er ist sehr kritisch gegenüber
den grossen Entwicklungsreserven und der deutlichen Verschiebung hin zu
mehr privatem Flugverkehr, die das neue Objektblatt dem Flughafen einräumt.

Die jährlich mögliche Höchstzahl bleibt zwar bei maximal 75'000 Flugbewegungen.
Aber der Anteil der Linien– und Charterflugbewegungen wird gegenüber dem geltenden
Objektblatt markant, von 15'750 auf 5'500 bis 6’500 Flugbewegungen, verringert.
Für diese Sparte werden somit rund 10'000 Flugbewegungen weniger veranschlagt.
Trotzdem können gemäss SIL-Lärmkurve tagsüber (von 6-22 Uhr) 16'000 Bewegungen
mit Grossflugzeugen sowie nachts (von 22-23 Uhr) weitere 200 Bewegungen
ausgeführt werden. Das heisst nichts anderes, als dass diese rund 10'000 Bewegungen
mit Grossflugzeugen künftig vom privaten Flugverkehr getätigt werden können.
Wie die Erfahrung seit der Pistenverlängerung zeigt, werden zunehmend mehr Jetflugzeuge
benutzt. Hinzu kommen noch Jetflüge mit Kleinflugzeugen.

Das bedeutet, dass die von der VgF seit längerem befürchtete Entwicklung hin
zu mehr privatem Flugverkehr und hin zu mehr Jetbetrieb klar angestrebt und
mit dem neuen SIL-Objektblatt ermöglicht wird.
Auch mit weniger Flugbewegungen
im Bereich des Linien- und Charterverkehrs nimmt die Gesamtzahl der Flugbewegungen
nicht etwa zugunsten der Anwohnerschaft ab, sondern sie bleibt gleich
hoch veranschlagt. Das prognostizierte Minus im Linien- und Charterverkehr kann
voll und ganz mit Bewegungen des privaten (Taxi-, Geschäfts-, Freizeit-, etc.)
Flugverkehrs kompensiert werden. Dafür schafft das neue SIL-Objektblatt den
Rahmen.

Ist das neue SIL-Objektblatt einmal vom Bundesrat verabschiedet, dann ist es eine
verbindliche Grundlage für die dem Flughafen zugestandene Entwicklung. Der
Betrieb und der Bau von neuen Flughafenanlagen (wie Hangars und Abstellflächen)
im vorgesehenen Rahmen werden in späteren Bewilligungsverfahren gemäss Luftfahrtgesetz
in aller Regel bewilligt.

Die VgF hat zum Entwurf des neuen SIL-Objektblattes fristgerecht eine
detaillierte kritische Stellungnahme
eingereicht.


Petition an den Bundesrat

Die Vereinigung gegen Fluglärm (VgF) sorgt sich um den Lärmschutz der Anwohnerschaft des Flughafens
Bern-Belp. Bereits heute stören sich viele Anwohnende an der wachsenden Zahl der Flugbewegungen. Doch
gerade die Anzahl grösserer und lauterer Flugzeuge hat in letzter Zeit markant zugenommen. Durchschnittlich
gab es in den letzten vier Jahren 52'000 Flugbewegungen jährlich. Wir wollen, dass der Flughafen nicht
unkontrolliert wächst und fordern eine massvolle Entwicklung.

Die unterzeichnenden Organisationen und Einzelpersonen fordern deshalb, bei der Erstellung des neuen
SIL-Objektblattes zum Flughafen Bern-Belp, folgende Punkte aufzunehmen:

  1. Die maximale Anzahl Flugbewegungen soll 65'000 pro Jahr betragen - statt 75'000 wie prognostiziert.
  2. Davon dürfen max. 5'000 Flugbewegungen vom Linien- und Charterverkehr, max. 8'000 Flugbewegungen von
    Jets und max. 10'000 Flugbewegungen von Grossflugzeugen stammen.
  3. Zudem sind Frühflüge am Wochenende vor 08.00 Uhr nicht zu bewilligen.

Die Petition wurde über 1700-mal unterschrieben und am 3. November 2011 bei der Bundeskanzlei eingereicht.

PetitonFlieger

VgF
- Kantonale Vereinigung gegen schädliche Auswirkungen des Flugverkehrs